@„SolarJupp“#p208139
Ganz wertungsfrei: Für mich wirkt es so, als hättest du zwar einiges aufgeschnappt, aber kein ausreichendes Verständnis davon, wie solche Hardware tatsächlich entwickelt, eingesetzt und betrieben wird. Viele der Begriffe und Halbwahrheiten, die du verwendest, passen technisch nicht wirklich zusammen.
Routing ist für die Skalierung eines Heimnetzwerks nahezu irrelevant und hat mit der WLAN-Verbindung selbst praktisch nichts zu tun. Routing definiert lediglich, über welche Wege Geräte miteinander kommunizieren können. Die Regeln dafür sind bei den meisten Setups recht simpel und eher eindimensional. Komplexere Netzwerksegmentierung oder VLANs findet man in der Regel eher selten bei Leuten, die diese nicht verstehen.
Für stabile Wireless-Kommunikation sind dagegen ganz andere Themen entscheidend: etwa die Filterung von Störsignalen im gleichen Frequenzbereich, Beamforming, die effiziente Nutzung und Aufteilung der Airtime oder allgemein die Effizienz der Übertragung. Das sind komplexe Themen selbst dann, wenn keine großen Datenmengen übertragen werden. Manche Hersteller lösen das besser, andere schlechter. Vieles wird zudem über Jahre hinweg per Firmware verbessert, weil WLAN eben alles andere als trivial ist und unter möglichst vielen Bedingungen zuverlässig funktionieren soll. Probleme einzelner Geräte setzen sich im gesamten Netzwerk fort und verstärken sich dort gegenseitig, weil der Raum bzw. das verfügbare Funk- und Netzwerkspektrum keine unbegrenzte Ressource ist. Deshalb arbeiten manche Geräte unter verschiedenen Bedingungen bei einigen Leuten stabiler als bei anderen.
Als kleines Schmankerl: Funk ist so stör- und umgebungsabhängig, dass sich über WLAN- oder Zigbee-Signale inzwischen sogar Bewegungen von Personen innerhalb eines Raumes erkennen lassen, teils sogar durch Wände hindurch.
Der ESP32 ist übrigens eine Reihe spezieller Mikrocontroller. Die sind weder besonders billig noch typischerweise in absoluten Billiggeräten zu finden. Gerade hochwertigere IoT-Produkte setzen darauf. Die typischen „China-Kracher“ nutzen dagegen oft deutlich simplere und schwächer ausgestattete Lösungen. Alles, was nicht zwingend benötigt wird, wird eingespart, um die Produktion möglichst günstig zu halten.
Nahezu alle legal funkenden Geräte basieren auf Hardware großer Hersteller, die ihre Controller millionenfach produzieren und entsprechend hohe Anforderungen an Funkleistung, Stabilität und Softwarequalität erfüllen müssen. Daran gibt es grundsätzlich wenig auszusetzen vorausgesetzt, man wählt die passende Lösung für den jeweiligen Einsatzzweck.
Wenn allerdings die falsche Hardwarevariante gewählt wird oder die Antenne in einem Metallgehäuse verschwindet, hilft am Ende oft nur noch Glück gegen Störungen und schlechte Datenübertragung. Alles darüber hinaus hängt dann hauptsächlich von der Software des jeweiligen Produktherstellers ab. Die ist dann auch dafür verantwortlich, wenn Daten oder Telemetrie an Server in China übertragen werden.