Hallo Leute mal abseits jeglicher Probleme in der Cloud habe ich Lust auf eine (Aufreger-) Diskussion
Seit es die BKWs gibt oder Anlagen für Privatuser mit 800W Grenze wird auch in diesem Forum seit Tag1 heftig diskutiert, ob die Einrichtung des Bypass sinnvoll ist oder nicht.
Bypass meint: Die Akkus sind voll, die PV-Panels produzieren weiter und im Hub kann man diese Leistung entweder unterdrücken (Bypass IMMER AUS, oder „Überschüssige Energie exportieren VERBIETEN“) oder freigeben und ins öffentliche Netz pusten.
Gründe dafür (u.a)
- Vergütung
- „Was gutes tun“ – mein Nachbar benutzt das gleich mit
- Entlastet die Netze
Gründe dagegen
- Mein Netzbetreiber soll nicht daran auch noch verdienen, wenn er meinen Überschuss an den Nachbarn verkauft
Was ist nochmal netzdienlich?
Wenn man google fragt:
„dass Energieanlagen (wie Speicher, PV-Anlagen, Wallboxen) so betrieben werden, dass sie das öffentliche Stromnetz stabilisieren, Engpässe vermeiden und den Ausbau der Infrastruktur entlasten“
Wir schauen mal auf den 3.Mai (und so sahen zuletzt viele Tage aus, kein EInzelfall)

- 66% Abdeckung durch Solar: Geil, oder?
- Nur 41% der installierten PV Kapazität genutzt: Ups, Nanu
Und was ist mit den anderen knapp 60%? Abgeschaltet, Stillgelegt…whatever
Die Überschüsse waren so groß, dass Deutschland exportiert hat gen Norden und Belgien. Dabei wurden die verfügbaren Leistungskapazitäten bereits zu fast 100% genutzt. Wir werden die Energie also auch nicht los, weder dort wo sie entsteht noch woandershin (selbst wenn wir wollten). Geht nur noch Abschalten.
Überschüsse (Angebot ist größer als Nachfrage) sind genauso schlecht wie Unterdeckung (Angebot ist niedriger als Nachfrage). Beides hat Einfluss auf die Netzfrequenz, und die ist heilig bei 50Hz (49,8…50,2 ist tolleriert). Und hier fängt Netzstabilität an (oder hört auf). Und hier ist netzdienlich relevant.
Als der Anteil an PV noch nicht so groß war….war das Einspeisen natürlich sehr netzdienlich und vor Jahren war das für mich selbstverständlich: Ja klar: „Meinen Überschuss können alle haben. Logisch, Was gutes tun...keine Kohle verbrennen...und so“
Aber an solchen Tagen wie dem 3. Mai ist Energie ins Netz pumpen nicht mehr netzdienlich und setzt die Netze unter Druck.
Haben das unsere Netzgesellschaften im Griff? Ich glaube schon! Ich habe da großes Vertrauen (noch). Aber der Ausbau an erneuerbaren Energien ohne Eingriffsmöglichkeiten der Netzgesellschaften steigert die Herausforderung nur (positiv formuliert). (Und wer möchte schon, dass seine Anlage abgeschaltet wird, weil zuviel Druck auf der Leitung.)
Das Thema lässt sich unendlich vertiefen zu
- Kosten
- Netzausbau
- Digitalisierung der Netze
- Förderungen
- Energiepolitik
Darauf will ich gar nicht hinaus.
Mein eigenes Fazit ist (auch wenn ich nur ein gaaaaaanz kleines Licht bin) mit meinen paar kwh:
Kein Überschuss ins Netz mehr (und nicht weil ich meinen Netzbetreiber nicht leiden kann, sondern weil ich ihm eher das Leben leichter mache - Puh jetzt gehts bestimmt gleich los hier :-) )
Falls Ihr hier Eure Meinungen teilen wollt: Bleibt auf Augenhöhe.
Ich rennen jetzt mal schnell weg, bevor der Laden hier explodiert.
Grüße und sonniges Wochenende an die Sonnananbeter hier