Balkonkraftwerke: Neue VDE-Norm erlaubt nun bis zu 7000 Watt
Eine neue VDE-Norm verändert den Markt für Balkonkraftwerke: Statt der bisherigen Grenzen sind nun theoretisch bis zu 7000 Watt Leistung möglich. Doch was bedeutet das für die Praxis und lohnt sich das Upgrade? Alle Details zur neuen Regelung.
Im März 2026 ist die überarbeitete VDE-Norm VDE-AR-N 4105 veröffentlicht worden. Sie bringt für Besitzer von Balkonkraftwerken wesentliche Änderungen. Statt der bisherigen Begrenzung der Modulleistung steht nun die tatsächliche Einspeisung ins Hausnetz im Fokus. Das ermöglicht leistungsstärkere Anlagen, solange der Wechselrichter die Grenze von 800 Voltampere am Einspeisepunkt zuverlässig einhält.
Bislang galt für das vereinfachte Verfahren eine Obergrenze von 2.000 Watt für die Solarmodule. Diese Restriktion entfällt weitgehend. Nutzer können größere Modulflächen, Batteriespeicher oder kleine Windkraftanlagen in ihr System integrieren. Ziel ist eine flexiblere private Energiegewinnung, ohne die Netzsicherheit zu gefährden. Entscheidend bleibt, dass maximal 800 Watt ins Netz fließen.
Wie Golem berichtet, sind durch die Neuregelung Anlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 7.000 Watt realisierbar. Die Grenze ergibt sich nicht direkt aus der Norm, sondern aus der gesetzlichen Schwelle, ab der in Deutschland ein intelligentes Messsystem verpflichtend wird.
Maximale Ausbeute statt Spitzenleistung
Der Nutzen solcher Dimensionierungen liegt nicht in einer höheren Einspeisespitze, da sie weiterhin bei 800 Watt gedeckelt bleibt. Vielmehr geht es darum, die erlaubte Maximalleistung auch bei bewölktem Himmel, früh am Morgen oder spät am Abend zu erreichen. Durch eine überdimensionierte Modulfläche lässt sich der Ertrag über den gesamten Tag verteilen und die Autarkie des Haushalts erhöhen.
Eine mögliche Konfiguration kombiniert mehrere Solarmodule mit unterschiedlicher Ausrichtung nach Osten, Süden und Westen. In Verbindung mit einem Stromspeicher lässt sich so eine weitgehend durchgehende Einspeisung erreichen. In der Theorie können bis zu 19 Kilowattstunden nutzbarer Strom pro Tag erzeugt werden. Das liegt deutlich über dem Bedarf eines typischen Durchschnittshaushalts, der oft etwa zehn Kilowattstunden täglich benötigt.